Direkt zum Inhalt

Aktuelle Forschungsprojekte

Home BASE – Aufsuchende Hilfe für Kinder und Jugendliche mit schweren psychischen Erkrankungen

Home BASE steht für „AufsucHende, bedarfsOrientierte, MultiprofessionellE BehAndlung Schwerer psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen“ und ist ein aufsuchendes, bedarfsorientiertes Behandlungsangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit schweren psychischen Erkrankungen.

Das Angebot richtet sich an Patient*innen im Alter von elf bis 20 Jahren, die zuvor in einer teil- oder vollstationären Behandlung oder in der stationsäquivalenten Behandlung waren oder bei denen die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind.

Ziel von Home BASE ist es, Familien nach einer intensiven Behandlung besser im Alltag zu unterstützen. Rückfälle sollen vermieden, Therapieerfolge stabilisiert und der Übergang in passende ambulante Hilfen erleichtert werden.

Das multiprofessionelle Team besteht aus ärztlichem, psychotherapeutischem sowie pädagogisch-pflegerischem Fachpersonal. Die Behandlung findet zu Hause statt und wird individuell an den Bedarf der Patient*innen und ihrer Familien angepasst.

Zu Beginn können mehrere Termine pro Woche stattfinden, zum Beispiel Einzel- oder Gruppentherapie, Erziehungsberatung und Familiengespräche. Im weiteren Verlauf werden die Termine schrittweise reduziert.

Home BASE ist Teil einer deutschlandweiten Studie. Die Teilnahme ist kostenfrei. Familien werden über insgesamt zehn Monate begleitet. Dabei werden die aktuelle psychische Verfassung, die Lebensqualität und die Entwicklung der Symptome zu mehreren Zeitpunkten erfasst.

→ zum Flyer „Home BASE“ (Datei ist nicht barrierefrei) (PDF, 439 kB)

Kontakt

LVR-Klinik Bonn
Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Kaiser-Karl-Ring 20
53111 Bonn

Telefon: 0228 551-2850
E-Mail: ambulanz-kjp-bonn@lvr.de

HoT – Home Treatment bei kindlicher und jugendlicher Magersucht

Die Magersucht (Anorexia nervosa) gehört zu den gravierendsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter in Deutschland und tritt bei jedem 50. bis 100. Mädchen auf. Durch die Mangelernährung können viele körperliche und psychische Folgen auftreten, zum Beispiel die Schädigung von Organen, Knochenschwund oder Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Daher muss eine Magersucht frühzeitig und intensiv behandelt werden. Von Langzeitstudien wissen wir, dass junge Mädchen im Durchschnitt 10 Jahre ihres Lebens mit der Magersucht kämpfen – und dies während einer besonders wichtigen Lebenszeit, ihrer Jugend.

Der bisherige Behandlungsstandard bei ausgeprägtem Gewichtsverlust, die stationäre Behandlung, wird allerdings von vielen Patientinnen und Patienten als sehr einschneidend empfunden, da sie ihr soziales Umfeld meist für mehrere Monate verlassen müssen. Zudem gelingt es oft nicht, das im Rahmen der stationären Behandlung Erlernte im Alltagsumfeld umzusetzen, weshalb die Rückfallquote hoch ist.

Um die Behandlung bei Magersucht im Kindes- und Jugendalter zu verbessern, wurde das Konzept Home Treatment („HoT“) entwickelt. Dieses ist ein multidisziplinäres aufsuchendes Therapieprogramm, bei dem die Behandlungstermine der unterschiedlichen Berufsgruppen meistens im Zuhause der Patientinnen und Patienten stattfinden. Es bietet Kindern und Jugendlichen mit Magersucht die Möglichkeit, schon nach einer recht kurzen stationären Behandlungsphase zur körperlichen und seelischen Stabilisierung nach Hause zu gehen. In ihrer vertrauten Umgebung werden die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien im „HoT“ weiterbehandelt und bei den alltäglichen Anforderungen begleitet. Dabei werden insbesondere auch ihre Eltern und Bezugspersonen unterstützt. Im Rahmen einer ersten wissenschaftlichen Studie, die durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde, konnte in Aachen bereits gezeigt werden, dass diese HoT-Behandlung machbar ist und möglicherweise zu besseren Heilungsraten führt.

Im jetzigen Forschungsprojekt, das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird, soll nun die Wirksamkeit von HoT an mehreren kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken im Vergleich zur regulären (teil-)stationären Behandlung untersucht werden. Bei beiden Behandlungsformen wird nach neustem medizinischem Wissen gehandelt. Die reguläre Behandlung wird – wie bisher in den Leitlinien empfohlen – in den Kliniken durchgeführt. Um einen Vergleich zwischen beiden Behandlungsformen zu ermöglichen, wird per Los entschieden, wer nach dem neuen „HoT“-Konzept und wer nach der bisher gängigen (teil-)stationären Behandlung behandelt wird.

Die HoT-Methode wird im Rahmen dieses Forschungsprojektes an fünf großen kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken in NordrheinWestfalen ein- und durchgeführt: an der Uniklinik RWTH Aachen, dem LVR-Klinikverbund an den Standorten Bonn und Viersen, der LWL-Universitätsklinik Hamm sowie dem Universitätsklinikum Münster. Die Studie ist außerdem ein Gemeinschaftsprojekt der vier gesetzlichen Krankenkassen AOK, DAK, IKK classic sowie der TK und dem Institut für Medizinische Informatik und Statistik der ChristianAlbrechts-Universität Kiel. Die Behandlung im „HoT“ wird hierbei von allen gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen und den meisten privaten Krankenversicherern finanziert.

Es ist unser großer Wunsch, mit dieser neuen Therapiemethode den Heilungserfolg bei der Anorexia nervosa zu verbessern.

Weitere Information auf der Homepage des Projekts

CARE – Computer-assistierte Risiko-Evaluation in der Früherkennung psychotischer Erkrankungen

Jedes Jahr sind etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland von einer psychiatrischen Erkrankung betroffen. Hierbei zählen Psychosen zu den kostenintensivsten Erkrankungen. Dies vor allem, da ihre oftmals schleichende, etwa durchschnittlich fünfeinhalb Jahre andauernde Entwicklung zumeist in der späten Adoleszenz/dem frühen Erwachsenenalter nicht frühzeitig genug im Prodrom bzw. Hochrisiko (HR)-Stadium erkannt wird. Derzeit bestehen kaum spezialisierte Präventionsangebote. Dies führt dazu, dass Betroffene oft wenig zielgerichtet nach Hilfen suchen, die Kosten ihrer Behandlung weiter steigen und der Therapieerfolg ausbleibt.

Das Projekt CARE möchte durch ein innovatives Präventionsmodell erstmals eine verbesserte, effiziente Risikoabschätzung von Hochrisiko-Patient*innen erreichen, auf deren Basis eine individuelle Frühbehandlung erfolgt. Die Abschätzung des Risikos einer Psychoseentwicklung und/oder von Funktionseinbußen in den nächsten zwölf Monaten erfolgt mittels Algorithmen, die Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) zur Verarbeitung multimodaler (Klinik, Testpsychologie, cMRT u. a.) Daten der Patient*innen nutzen. Darauf basierend erfolgt eine risikostratifizierte individuelle, modular gestaltete Psychotherapie über sechs Monate.

Weitere Informationen auf der Homepage des Projekts .

Zertifizierungen

Instagram
Facebook
YouTube

Kontakt

LVR-Klinik Bonn

Kaiser-Karl-Ring 20
53111 Bonn

Telefon +49 (0) 228 551-1
Telefax +49 (0) 228 551-2867

E-Mail klinik-bonn@lvr.de